Geförderte Projekte 2025
270.000 Euro für Menschenwürde in der Arbeitswelt
Im Jahr 2025 hat unsere Stiftung für 85 Projekte in der Summe 259.790 Euro bereitgestellt. Mit den Förderzusagen wurde ein Projektvolumen von 2,1 Mio. Euro realisiert. Weitere drei Projekte haben wir mit 10.500 Euro über die von uns verwaltete, inzwischen aber aufgelöste Stiftung Menschenwürde und Kommunikation in der Arbeitswelt unterstützt.
Eine institutionelle Förderung erhält seit vielen Jahren der Verein TIE Internationales Bildungswerk e. V. für seine transnationale Bildungsarbeit, unter anderem in Südost-Asien, Braslien, Mosambique, Türkei und Deutschland. Von den 85 geförderten Projekten sind 22 von TIE.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1990 hat die Stiftung 6,5 Mio. Euro für insgesamt 2122 Projekte bereitgestellt. Hinzu kommen 1,8 Mio. Euro für 40 Projekte, die wir aus dem Treuhandvermögen der Stiftung Menschenwürde und Kommunikation in der Arbeitswelt gefördert haben.
In der Tabelle unten finden Sie eine Übersicht aller Förderzusagen.
Eine kommentierte Übersicht können Sie hier herunterladen. Die geförderten Projekte von TIE finden Sie im TIE-Jahresbericht 2025.
Leuchtturmprojekte 2025 - Eine Auswahl
Der Verein Internationale Solidarität e. V. in Wiesbaden organisiert seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine humanitäre Hilfe für die ukrainischen Gewerkschaften. Dazu gehören auch Austauschtreffen in der Ukraine und in Deutschland.
Die Stiftung hatte 2023 eine Reise nach Krywyi Riih unterstützt, im Juni 2024 folgte die Förderung einer Tagung im Haus der Berliner IG Metall. Aus den Begegnungen entstand ein intensiver Kontakt zur Gewerkschaftsinitiative "Medical movement – Be like we are". Die NGO entstand als Reaktion auf tiefgreifende Probleme im medizinischen Sektor. Die sich verschlechternden Arbeitsbedingungen, die niedrigen Gehälter und der Druck, unter den die Beschäftigten stehen, machen die Gründung einer Organisation erforderlich, die die Rechte der Beschäftigten im Gesundheitswesen schützt und sich für die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen einsetzt.
Ziel des Projekts ist die Stärkung der Organisationsstruktur von "Be like we are". Die Unterstützung soll dazu beitragen, die Abwanderung von qualifiziertem Personal ins Ausland zu verringern und damit die Qualität der medizinischen Versorgung für die Bevölkerung zu verbessern. Internationale Solidarität e. V. erhält für die Jahre 2025 bis 2027 eine Organisationsförderung durch die Stiftung. Mehr dazu im Stiftungsblog: "Be like we are" - Medical movement in Ukraine.
30.000 Euro (verteilt auf die Jahre 2025 bis 2027)
Im April 2025 ist die erste Ausgabe des Stiftungsblogs erschienen. Seitdem veröffentlicht die Stiftung jeden Monat auf ihrer Website einen Beitrag über ein interessantes Projekt oder ein spannendes Thema aus der Arbeit der Stiftung. Jeden Beitrag bereitet eine dreiköpfige Redaktion sorgfältig vor und redigiert ihn gemeinsam. Ihr gehören an: der Journalist Gerhard Klas, der Mitglied des Kuratoriums der Stiftung ist, Frank Steger und Christine Ziegler. Interessierte können den Blog abonnieren, das heißt sie werden über einen neuen Beitrag informiert, den sie dann kostenlos lesen können. Link zum Stiftungsblog: www.stiftungmunda.de/blog
8.562 Euro
Weltweit gibt es zahlreiche Betriebe, die als Kollektiv wirtschaften, im Konsens entscheiden oder ihre Betriebe so hierarchiearm wie möglich führen. Die meisten Kollektive wissen allerdings nichts oder nur wenig voneinander. Das von „Kollektiv der Kollektive“ organisierte Vernetzungstreffen in der Nähe von Kassel brachte 94 Personen aus 45 selbstverwalteten Betrieben aus Deutschland und Österreich zusammen. Der Verband für Kollektivbetriebe und kollektives Wirtschaften will ein dauerhaftes Netzwerk für den Austausch, die gegenseitige Hilfe und Kooperation zwischen den Mitgliedsbetrieben schaffen und zugleich Alternativen zu den konkurrenzbestimmten Marktbeziehungen unterstützen, mit dem Fernziel, die profitorientierte kapitalistische Marktwirtschaft in eine solidarische und nachhaltige Bedarfs-Ökonomie zu transformieren. Mehr: www.kdk.coop
3.000 Euro
Die Automobilindustrie in China beschäftigt rund fünf Millionen Menschen. In den letzten Jahren haben sich die Arbeitsbedingungen in der Autoproduktion tiefgreifend verändert. Das Forum Arbeitswelten in Bochum, das die Stiftung seit Jahren unterstützt, will mit einer Untersuchung einen Überblick über die aktuelle Situation in China bekommen. 2024 wurden bereits erste Untersuchungen in Guangzhou, Shenzhen und Hefei begonnen. Sie werden mit dem Projekt fortgesetzt und vertieft. Die Untersuchung soll für einen regelmäßigen Austausch zwischen Beschäftigten in China und gewerkschaftlichen Akteuren in anderen Ländern sorgen.
6.000 Euror"sowie 5.900 Euro für acht Veranstaltungen zur Arbeitswelt beim "Kongress China und wir" Ende März 2026 in Köln.
Die Arbeit des Forum Arbeitswelten siehe den Blogbeitrag: "Zwei Schichten, zwölf Stunden", Gespräch mit Peter Franke über Arbeitsbedingungen und Arbeitskämpfe in China
Die aktuelle Transformation der Autoindustrie betrifft den Umbau von Unternehmen, Produktion und des Produkts, insbesondere durch die Elektromobilität, in einem globalen Ausmaß. Für Beschäftigte und Gewerkschaften entstehen dadurch große strategische Herausforderungen: Beschäftigtenabbau, massiver Umbau der Arbeitsorganisation und damit einhergehende Belastungen der Beschäftigten.
Ziel des einwöchigen Austausches war es, ein gemeinsames Verständnis mit gewerkschaftlich Aktiven von global aufgestellten Konzernen zu erhalten und konkrete Instrumente und Ansatzpunkte der lokalen und gemeinsamen Gegenwehr zu verabreden. Das Basis-Netzwerk Stern, das die Reise nach Brasilien veranstaltet hat, ist ein neu gegründetes Arbeitsforum. Es setzt die Tradition des regelmäßigen Informationsaustauschs der vormaligen "Daimler-Koordination" von basisnahen Betriebsgruppen aus Mercedes Truck und Car-Werken in der BRD fort.
8.000 Euro
Die Ausstellung rückt ein Stück DDR-Geschichte in den Mittelpunkt, das lange verdrängt wurde: die systematische Verfolgung und Stigmatisierung von Menschen, die nach Paragraf 249 – dem sogenannten "Asozialenparagraphen" – verurteilt wurden. Schon das preußische Strafgesetzbuch von 1851 stellte "verbotenen Müßiggang" unter Strafe. Eine dramatische Zuspitzung erfolgte in der Nazi-Zeit, in der "Asoziale" und sogenannte "Berufsverbrecher" in Konzentrationslager deportiert und ermordet wurden.
In der Nachkriegszeit gingen sowohl die Bundesrepublik als auch die DDR weiterhin gegen "Arbeitsscheue" strafrechtlich vor. In der DDR wurden rund 130.000 Menschen wegen "asozialen Verhaltens" verurteilt, häufig aufgrund von Arbeitslosigkeit, abweichenden Lebensweisen oder politischer Nonkonformität. Die Ausstellung zeigt anhand individueller Biografien die Lebensrealitäten der Betroffenen, ihre Stigmatisierung, die Haftbedingungen und langfristigen traumatisierenden Folgen. Mehr dazu in unserem Blogbeitrag von April 2026: "Erziehung durch Arbeit" – Die vergessenen Opfer des DDR-Asozialenparagrafe
4.000 Euro
Wer in Deutschland auf dem Bau arbeitet, arbeitet oft unsichtbar – und zahlt dafür mitunter einen hohen Preis. Der Dokumentarfilm der Medienwerkstatt Franken erzählt von migrantischen Bauarbeitern, die monatelang schuften, um am Ende um ihren Lohn gebracht zu werden. Der Film macht sichtbar, wie verbreitet Lohndiebstahl, Scheinselbstständigkeit und prekäre Arbeitsverhältnisse in der deutschen Bauindustrie sind – und warum es so schwer ist, sich dagegen zu wehren. Link zu dem eindrücklichen Film: www.medienwerkstatt-franken.de/video/aufm-bau-pe-santier
4.000 Euro
Die Transformation zur Elektromobilität ist in aller Munde. Doch wenig bekannt ist, unter welchen Bedingungen die Rohstoffe für die mobile Zukunft abgebaut werden und wie die Kolleg:innen in der Zulieferindustrie außerhalb der EU arbeiten müssen. Genau hier setzte eine Bildungsreise der Naturfreunde Niedersachsen an: rund dreißig betriebliche Kolleg:innen sowie Vertreter:innen verschiedener Nichtregierungsorganisationen aus Deutschland und Österreich reisten im Herbst 2025 nach Belgrad, Bor und ins Jadar-Tal, hinein in jene Regionen, die heute die globale Autoindustrie versorgen, unter anderem die Produktion bei Volkswagen, Mercedes und Stellantis. Mehr dazu im Blogbeitrag: www.stiftungmunda.de/blog/e-mobilitaet-am-beginn-der-lieferketten
2.000 Euro und 3.000 Euro für den Dokumentarfilm "Lithiumabbau in Serbien und die Lieferketten der Autoindustrie" (Projekt 2086)
Modelle einer solidarischen Landwirtschaft gewinnen an Bedeutung, stehen aber unter Druck durch hohe Kosten, fehlende Nachfolger:innen und Konkurrenz durch Agrarindustrie und Investoren. Anfang September 2025 fand im Dorf Sehlis in Nordsachsen das erste "Treffen bäuerlicher und ländlicher Kämpfe" statt und versammelte über 400 Teilnehmer:innen.
Ziel des Treffens war die Vernetzung und Unterstützung alternativer Landwirtschaft sowie der Austausch über soziale, wirtschaftliche und politische Herausforderungen im ländlichen Raum. Im Mittelpunkt standen Themen wie Zugang zu Land, steigende Bodenpreise und Schwierigkeiten bei Hofübernahmen. Das Treffen diente vor allem dem Aufbau von Netzwerken, der gegenseitigen Unterstützung und der Stärkung alternativer landwirtschaftlicher Strukturen. Mehr zum Programm des Treffens: www.baelaekae.org/programm/
8.000 Euro
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft veranstaltete Ende September 2025 eine zweitägige Jahrestagung in Hannover mit rund 200 Teilnehmer:innen aus der Landwirtschaft. Thema war die Zukunft der Agrarpolitik und wie bäuerliche Betriebe gestärkt und das Höfesterben gestoppt werden können. Im Mittelpunkt standen Fragen zu Agrarpolitik, Klimaschutz, Arbeitsbedingungen und der gesellschaftlichen Rolle der Landwirtschaft. Die Organisation kritisierte die aktuelle EU-Agrarpolitik und fordert eine gerechtere Verteilung der Fördergelder, faire Preise für Landwirte und besseren Schutz landwirtschaftlicher Flächen vor Investoren. Mehr dazu unter www.abl-ev.de/ueber-uns/herbsttagung-mitgliederversammlung-2025
5.000 Euro
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Betriebsratswahlen 2025